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Brauchen wir wirklich Kobalt für unsere Akkus?

Coltanabbau im Kongo

Man könnte meinen, an den kleinen Geräten in unseren Taschen ist gar nichts selten. Denn unsere Smartphones, Tablets und Notebooks werden in großen Massen produziert, von weltweit agierenden Unternehmen, die Technologie und Profit anstreben. Doch dazu benötigen sie wichtige Rohstoffe, die rar sind und teils unter menschenunwürdigen Bedingungen gefördert werden. Insbesondere bei der Produktion von Akkus für mobile Endgeräte oder Elektroautos werden Materialien wie Kobalt genutzt.

Elementar
Der schwedische Chemiker Georg Brandt entdeckte Kobalt im Jahre 1735. Kobalt ist ein chemisches Element, welches die Ordnungszahl 27 trägt und zu den ferromagnetisches Übergangsmetallen gehört. Es ist einsehr zähes Schwermetall mit einer Dichte von 8,89 g/cm. Es zeichnet sich durch eine silberblaue Färbung aus, ist ein relativ schweres Metall, das leitfähig und extrem hitzebeständig ist. Kobalt wird überwiegend aus Kupfer- und Nickelerzen gewonnen und kommt elementar nur äußerst selten vor. Global ist das rare Übergangsmetall am häufigsten in der Demokratischen Republik Kongo zu finden. Aber auch in Sambia, Australien oder Kuba lassen sich vereinzelt Vorkommen nachweisen. Die weltweit bekannten Kobaltvorkommen betragen rund 25 Mio. Tonnen, die immer weiter schrumpfen. Was sich auch in den Preisen niederschlägt. Seit dem Sommer 2016 hat sich der Preis fast verdreifacht. Von gut 21 000 Dollar für eine Tonne Kobalt stieg der Preis an der Londoner Industriemetallbörse LME auf etwa 80 000 Dollar.

Konfliktmaterial Kobalt
Früher wurde Kobalt primär in der Kunst eingesetzt. Monet und van Gogh bedienten sich gerne an dem tiefen Blauton und auch in der Glasblaskunst oder der Porzelanmalerei wurde der Farbstoff gerne genutzt. Seit den 1990ern finden wir es jedoch eher in Akkus. Diese werden nicht nur in Smartphones, Tablets oder Notebooks verbaut, sondern werden durch den Ausbau der Elektromobilität im Straßenverkehr zunehmend eingesetzt. Dabei ist einer der wichtigsten Rohstoffe zur Produktion von starken Akkus Kobalt. Insbesondere große und besonders leistungsfähige Akkus nutzen das seltene Element mit einem Vorkommen in der Erdkruste von gerade einmal 0,004 Prozent. Zwei Drittel der weltweiten Förderung finden dabei im Kongo statt, wo unter Sklaverei-ähnlichen und menschenunwürdigen Bedingungen das ferromagnetisches Übergangsmetall aus dem Boden geholt wird – zum Teil auch von Kinderhänden. Unfälle und Gesundheitsgefährdung gehören laut Amnesty International dabei zur Tagesordnung. Bis zu 20% des Kobalts stammen aus unkontrollierten, teilweise improvisierten, ungesicherten Minen bzw. dem Kleinbergbau. Damit gehört Kobalt zu den fragwürdigsten Zukunftsmaterialien, denn bisher sind die Produzenten von umweltfreundlichen Elektroautos auf das Material angewiesen. Die Weiterverarbeitung von mehr als der Hälfte des Kobalts findet jedoch in China statt. Auch in Europa stehen bedeutende Raffinerien, die größte der Welt in Finnland. Von dort aus wird das wertvolle Material dann weiter verschickt oder vor Ort beispielsweise in Akkus verbaut. Kobalt wird für die Kathode gebraucht, da es eine besonders hohe Energiedichte besitzt und damit für Kapazität und Reichweite sorgen. Auch wenn das Material uns damit einige Vorteile verschafft, so dienen die erwirtschafteten Minenerträge oftmals zur Finanzierung des Bürgerkriegs. Zudem ist auch der Schmuggel von Kobalt und anderen Seltenen Erden ein großes Problem, das den Alltag in den Abbaugebieten bestimmt.

Der Unterschied
Firmen wie Fairphone haben es sich daher zur Aufgabe gemacht, eine nachhaltigere und gerechtere Alternative zu schaffen. Trotzdem wird es wohl kein 100 Prozent faires Smartphone geben können. Auch wir nehmen unsere Verantwortung als Weltbürger ernst. Daher produzieren wir nicht nur Co2-neutral, sondern verzichten auch auf Schwermetalle, im Speziellen auf Kobalt. Alle Hagnaven Akkus nutzen die Lithium-Ionen-Technologie jetzt schon komplett ohne Kobalt. Somit ist die Produktion unserer Akkus nicht nur nachhaltig, sondern auch ethisch vertretbar. Auch große Konzerne für Elektroautos tüfteln an einer Alternative ohne Kobalt. Jedoch sind klassische Lithium-Ionen-Akkus diesen im Preis-Leistungs-Verhältnis noch klar voraus. Das soll sich aber in den kommenden Jahren ändern.

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