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Darum wird ein Smartphone-Akku mit der Zeit immer schwächer

Leerer Handyakku

Man begibt sich auf Fehlersuche. Schaltet im Hintergrund laufende Apps sofort ab, reguliert die Bildschirmhelligkeit auf ein Minimum und vermeidet längere Telefonate, schraubt seine Social Media Aktivität herunter, verzichtet auf Navigationsapps oder andere stromfressende Anwendungen. Irgendwann fragt man sich: Haben Akkus eigentlich ein Ablaufdatum? Man könnte es fast meinen, denn scheinbar stellt es sich bei den meisten Geräten nach einem Jahr ein, dass der Akku immer schwächer wird, bis er nach weiteren sechs Monaten ganz den Geist aufgibt.

Eins ist damit klar: Ein Akku hat eine beschränkte Lebensdauer. Auch wenn er sich immer wider aufladen lässt, ist irgendwann Schluss. Doch woran liegt das?

Es ist einfache Physik!

Der zweite Hauptsatz der Thermodynamik ist der Schlüssel für die Schwächung das Akkus. Es ist einfach Physik! In dem physikalischen Gesetz von Robert Clausius sind alle Erfahrungen über die Richtung der Energieübertragung bei Vorgängen in Natur und Technik zusammengefasst. Dieses besagt, dass bei Energieübertragungen immer auch etwas Energie „verloren“ geht.
Überträgt man dieses Gesetzt auf das Auf- und Entladen des Akkus, so wird bei jedem Lade- und Entladezyklus ein bisschen Energie verschwendet. Das heißt damit auch, dass ein kleines bisschen Akkukapazität verloren geht und auch nicht mehr wiederhergestellt werden kann. Dieser Prozess läuft nun mehrere hundertmal ab, bis die Akkukapazität so niedrig ist, dass der Akku beispielsweise nicht mehr komplett aufgeladen werden kann. Ähnlich wie bei zwei Gläsern, bei denen man Flüssigkeit hin und her schüttet, immer etwas daneben geht oder im anderen Glas verbleibt und am Ende, nach unzähligen Durchgängen, womöglich kein Wasser mehr in den Gläsern vorhanden ist.

Oder doch Chemie?

Ein anderer Ansatz ist die Oxidation der Zellen beziehungsweise. um genau zu sein, der Elektroden, im Lithium-Ionen-Akku. Das hat zur Folge, dass die Elektroden mit der Zeit immer weniger Lithium-Ionen an sich binden und speichern können. Einfluss darauf nimmt aber auch die Außen- und Gerättemperatur. Denn bei hohen Temperaturen geht die Zell-Oxidation in einem voll aufgeladenen Akku besonders schnell vonstatten. Daher sollten Akkus nie extremer Hitze ausgesetzt werden. Das Smartphone im Sommer also ein wenig in der prallen Sonne liegen zu lassen, ist aus diesem Grund keine gute Idee.

Damit wird es unmöglich einen immer währenden Akku aus Lithium-Ionen zu schaffen. Und abschließend lässt sich feststellen, dass es zudem eine Kombination aus unterschiedlichen Faktoren ist, die man selbst als Nutzer nur bedingt beeinflussen kann. Ein guter Akku sollte aber gut 500 Ladezyklen überstehen und mit der richtigen Pflege noch mehr. Ein paar Tipps zur Akkupflege gibt es bei uns. Diese solltest Du auch berücksichtigen, damit nicht nach zwölf Monaten Chemie und Physik volle Arbeit geleistet haben, sondern Du Herr über die Elemente bleibst.