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Fünf Akku Mythen und was Du darüber wissen solltest

Smartphone und Akku Mythen

Akkus wird vieles hinterher gesagt. Sie sind gefährliche, kleine Dinger, die in unseren Taschen explodieren, den Memory Effekt quasi erfunden haben oder einfach nach 1000 Ladezyklen umgehend aufgeben. Wir räumen heute mit ein paar Mythen auf, die sich um Smartphone Akkus und alles drum herum drehen, erklären aber auch wo so mancher Irrtum seine Wurzeln hat und welche Technologien die immer noch kursierenden Mythen widerlegen.

Was ist der Memory-Effekt und existiert er wirklich?
Der Memory-Effekt bezeichnet den Kapazitätsverlust, der bei sehr häufiger Teilentladung eines Akkus auftritt. Der Akku scheint dabei ein Gedächtnis zu entwickeln und sich den Energiebedarf zu merken. Und nach einiger Zeit stellt der Akku nur noch die bei den bisherigen Entladevorgängen benötigte Energiemenge zur Verfügung. Meist ist dieser Effekt bei Nickel-Cadmium-Akkus zu beobachten aber auch bei anderen Akku Typen. Heute funktionieren Smartphone Akkus meist mit Lithium-Ionen. Anders als Akkus mit älteren Technologien haben diese keinen sogenannten Memory-Effekt mehr. Trotzdem hält sich bis heute immer noch der Mythos, dass alle Akkus vor dem Laden komplett entladen werden müssen. Doch das ist ein Irrtum. Bei Lithium-Ionen-Akkus ist es sogar eher empfehlenswert den Akku nur einmal im Monat komplett zu entladen und ansonsten mit dem Aufladen bei einem Akkustand zwischen 10 und 30 Prozent zu beginnen. Weitere Tipps zum richtigen Ladeverhalten findest Du hier.

1001 Mal geladen
Nach 1000 Ladezyklen lässt die Akkuleistung nach. Stetig und manchmal schneller als gedacht. Kein Problem, wenn sich der Akku leicht austauschen lässt. Für viele neue Smartphone Modelle gilt diese Aussage jedoch nicht mehr, da der Akku kompliziert im Gerät verbaut oder verklebt ist und man nur mit Mühe und Knowhow zum Akkutausch an das kleine Kraftwerk herankommt. Doch woher kommt der Leistungsabfall? Lithium-Ionen wandern in einem handelsüblichen Akku zwischen Anode und Kathode hin und her. Durch im Akku enthaltene Metall-Ionen oxidieren die Lithium-Ionen. Dabei lösen sich die Metall-Ionen aus der Kathode und wandern zur Anode. Dabei verschwinden in der sogenannten Solid-Electrolyte-Interphase immer mehr Lithium-Ionen und die Leistung sinkt. Das ist bis heute noch so, damit ist es nicht nur ein Mythos, dass ein Akku mit der Zeit an Kapazität und damit an Leistung verliert.

Multitasking Fehlanzeige
Die kleinen Alleskönner erleichtern uns das Leben doch schon enorm, doch wenn es um den Ladeprozess geht, dann kann sich das Smartphone nur darauf konzentrieren. Viele Nutzer gehen nämlich davon aus, dass während des Ladens das Handy nicht zum Telefonieren oder ähnlichen Tätigkeiten genutzt werden sollte. Früher war das auch so. Aber bekanntlich ist heute ja alles besser. Lithium-Ionen-Akkus können nämlich problemlos während der Ladung genutzt werden, da der Ladevorgang bei durch die Verwendung nicht unterbrochen wird. Damit gehört dieser Mythos also im wahrsten Sinne des Wortes der Vergangenheit an.

Vorsicht Explosionsgefahr
Immer wieder liest man Berichte über vereinzelt explodierende Akkus oder gar eine ganze Smartphone Serie die dank ihren Akkus nach und nach komplett in Flammen aufgeht. Doch generell kann es bei Standard Akkus nicht so einfach zur Explosion kommen. Damit ein Akku in Flammen aufgeht muss eine Beschädigung vorliegen und im Inneren müssen zwischen 150 und 250 Grad Celsius herrschen. Denn dann schmelzen die Separatoren zwischen den Elektroden, es kommt zu einem Kurzschluss, bei dem weitere Wärme freigesetzt wird. Dennoch kann es gefährlich werden, wenn man fahrlässig mit dem Akku umgeht oder ihn gar mutwillig zerstören möchte. Davon sollte also dringlichst abgesehen werden. Vielmehr ist es wichtig den Akku richtig zu pflegen. Hier findest Du noch ein paar wichtige Hinweise zur richtigen Akkupflege und zum generellen Umgang mit Batterien.

Nachtladen!
Immer wieder hört man, dass der Akku nicht über Nacht aufgeladen werden sollte. Aber warum eigentlich? Viele warnen vor der Schädigung des Akkus durch das stetige Nachladen, andere vor der Kurzschlussgefahr. Dieser Mythos ist aber in beide Richtungen nicht ganz zu vernachlässigen. Denn es stimmt, dass ein Akku, der über eine längere Zeit eingesteckt ist, nachlädt. Zumindest, wenn der Akkuladestand nach der kompletten Aufladung wieder um ein paar Prozente gesunken ist und das Ladegerät wieder loslegt. Betrachtet man das Risiko eines Kurzschlusses, so kann es in einzelnen Fällen schon einmal dazu kommen, dass ein Akku oder das Ladegerät Schaden nimmt. Generell sind Akkus aber mit einem Schutz vor Überhitzung und Kurzschlüsse ausgestattet, sodass nichts passieren darf. Es empfiehlt sich aber, das Handy nicht unbeaufsichtigt aufzuladen. Denn sollte es doch einmal zu einem Zwischenfall kommen, kann schnell reagiert werden.

Damit haben manche Mythen eine Berechtigung, andere sind eher alter Ballast. Denn innovative Akkutechnologien bringen auch neue Lösungen für alte Probleme.

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